Südengland & Cornwell
Exeter
02.05.2012
Beeindruckt hat uns Exeter gleich zu Beginn mit einem Ort, der sich wie eine kleine grüne Insel mitten in der Stadt anfühlte: die Northernhay Gardens. Zwischen üppigen Sträuchern, alten Bäumen und verwinkelten Wegen wirkte alles erstaunlich ruhig, obwohl wir uns eigentlich mitten im Zentrum befanden. Besonders schön fanden wir die Mischung aus gepflegtem Park und leicht wildem Charme – mal blickten wir auf sattes Grün, mal öffnete sich zwischen den Ästen eine Aussicht über die Dächer der Stadt.


Die Northernhay Gardens gelten als älteste öffentliche Grünanlage Englands und wurden bereits im frühen 17. Jahrhundert als öffentliche Promenade angelegt. [Wikipedia]
Dass der Park direkt an Exeters Geschichte „andockt“, spürte man hier an jeder Ecke: Er liegt neben Rougemont Castle und entlang von Mauerresten der alten Stadtbefestigung. [visitexeter.com] Genau dieses Zusammenspiel aus Natur und Vergangenheit machte den Spaziergang für uns so besonders. Der Park liegt neben den Überresten der alten Stadtmauern von Exeter, die im Hintergrund des Bildes sichtbar sind.


Beim Weitergehen entdeckten wir, dass der Park nicht nur zum Durchatmen da ist, sondern auch voller Erinnerungspunkte steckt. Zwischen den Beeten stand die Statue von Sir Thomas Dyke Acland, der hier als wichtiger Staatsmann und Wohltäter gewürdigt wird. [historicengland.org.uk] Kurz darauf kamen wir am Exeter War Memorial vorbei, das auch als Northernhay War Memorial bekannt ist und 1923 eingeweiht wurde. [historicengland.org.uk]
Diese stillen Denkmäler gaben dem Park plötzlich eine ganz andere Tiefe.






Auch abseits des Parks gab es in Exeter viel zu entdecken. Auf dem linken Foto hielten wir die Heavitree United Reformed Church fest, deren rote Backsteinfassade und markanter Turm sofort ins Auge fielen – typisch britisch.
In der Mitte sieht man das Torhaus von Rougemont Castle (Exeter Castle), das ab oder kurz nach 1068 in die römischen Stadtmauern eingebaut wurde und später sogar drei Monate lang von König Stephen belagert wurde. [exetercastle.uk]
Und dann war da noch dieses schiefe, unglaublich besondere Fachwerkhaus auf dem rechten Bild: „The House That Moved“, ein historisches Gebäude, das in den 1950ern tatsächlich versetzt wurde, um es vor dem Abriss zu retten. [player.bfi.org.uk]

Zum Schluss blieb uns vor allem dieses Gefühl: In Exeter lief man manchmal nur ein paar Schritte – und wechselte dabei gefühlt gleich mehrere Jahrhunderte. Zwischen Parkwegen und Blätterdach tauchten immer wieder alte Steine, Mauern und Durchgänge auf, die an die früheren Befestigungen erinnerten. Besonders schön fanden wir, dass Geschichte hier nicht nur „im Museum“ stattfand, sondern ganz selbstverständlich mitten in der Stadt lag: als Mauerrest am Weg oder als Tor in der Grünanlage.


Nokis Tipp
Plant für die Northernhay Gardens ruhig eine kleine Extra-Runde ein – der Park ist perfekt, um zwischen Sightseeing-Stopps kurz durchzuatmen, und gleichzeitig läuft man dabei direkt an spannenden Denkmälern und alten Mauerresten vorbei. Für uns war das einer dieser Orte, an denen Exeter gleichzeitig ruhig, grün und richtig geschichtsträchtig wirkte.