Südengland & Cornwell
Dartmoor
02.05.2012
Auf der Reise ins Dartmoor sahen wir schon aus dem Busfenster die typischen englischen Wiesen und Weiden: sattes Grün, kleine Heckenlinien und überall verstreut Schafe, die ganz gelassen in der Sonne standen.
Ich war an diesem Tag richtig aufgeregt, denn ich liebe Sherlock Holmes – und „Der Hund von Baskerville“ hatte ich schon unzählige Male gelesen. Die düstere Moorlandschaft, die Conan Doyle in der Geschichte beschreibt, hatte in meinem Kopf immer etwas Geheimnisvolles und Unberechenbares. Und plötzlich waren wir tatsächlich auf dem Weg in genau diese Gegend: nach Dartmoor in Devon, mit seinen Mooren, Granithügeln (Tors) und Nebelstimmungen.





Uns hat nicht nur die schier unendliche Weite fasziniert – sondern auch, wie sehr sich die Landschaft auf einmal „offen“ anfühlte. Auf dem Foto mit der Karte („Your Guide to Dartmoor“) konnten wir gut erkennen, wie groß das Gebiet ist und wie viele Straßen und Routen sich durch diese wilde Landschaft ziehen. Danach folgten die ersten richtigen Moor-Panoramen: breite, sanfte Hügel, dunklere Heideflächen und hier und da helle Grünstreifen, die wie Inseln wirkten. In den Aufnahmen sah das Dartmoor fast endlos aus – als könnte man ewig weiterlaufen, ohne je an einen richtigen Rand zu kommen.





Nach all den großen Ausblicken gefiel uns, wie viele kleine Details das Moor noch bereithielt. Wir standen auf einer alten Steinbrücke und blickten in das klare Wasser, das darunter vorbeirauschte – plötzlich wirkte alles nicht mehr riesig und „episch“, sondern ruhig und nah. An einer Stelle entdeckten wir sogar einen kleinen Wasserfall, der über Steine hinabplätscherte und in der Sonne glitzerte. Und zwischen Gras und Laub fiel uns eine zarte Blume auf, die wir als kleines Gegenstück zur rauen Moorlandschaft fotografierten – als würde die Natur hier zeigen, dass sie nicht nur wild sein kann.



Wir waren insgesamt mega beeindruckt von der Landschaft. Wir hatten richtig gutes Wetter und das machte das Dartmoor noch einmal ganz besonders: blauer Himmel, klare Sicht und diese frische Luft, die nach Freiheit schmeckt. Der Wasserfall und selbst ein kleiner Stein im Gras wirkten plötzlich wie Motive, die man am liebsten einrahmen möchte – weil alles so schlicht und gleichzeitig so eindrucksvoll war. Für uns war Dartmoor genau diese Mischung aus Ruhe, Weite und einem Hauch Abenteuer, die man nicht vergisst.



Nokis Tipp
Wenn ihr Dartmoor besucht, nehmt euch Zeit – nicht nur für die großen Aussichtspunkte, sondern auch für die kleinen Wege am Wasser. Gerade die Mischung aus Weitblick, Steinbrücken, kleinen Bächen und winzigen Details macht den Reiz aus. Das ist Dartmoor-Magie pur.